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Gegen den Strom: Als Influencer bringt Johannes Laschet juristisches Handwerk und Modeleidenschaft zusammen

Gegen den Strom: Als Influencer bringt Johannes Laschet juristisches Handwerk und Modeleidenschaft zusammen

1920 1280 Lawyers Magazine

2015 begann Johannes Laschet während seines Jura-Studiums, seine Outfits auf Instagram zu zeigen. Inzwischen ist er einer der erfolgreichsten Brand Ambassadors für Classic Menswear in Deutschland. Er ist sich sicher, dass ihm das Jura-Studium hilft, seinen eigenen Weg zu gehen.

Angefangen hat alles ganz unspektakulär und eigentlich nur als Hobby. Die erste Kooperationsanfrage ließ laut Johannes Laschet allerdings nicht lange auf sich warten, „ich habe immer regelmäßiger Bilder von mir hochgeladen, dann kamen peu à peu mehr Anfragen dazu und ich bekam immer mehr Produkte zugeschickt, die ich dann über Instagram vermarkten konnte“.

Das Prinzip ist ganz einfach: Aktuell erreicht Johannes Laschet mehr als 80.000 modeinteressierte Instagram-Nutzer und immer wieder ebenfalls die Leser namhafter Printmedien. Diese Zielgruppe möchten auch große Marken für sich gewinnen, zum Beispiel indem er ihre Produkte auf seinen sozialen Kanälen gekonnt in Szene setzt. Was mit einem dänischen Krawattenhersteller begann, brachte ihm im November 2018 eine Kooperation mit der Schweizer Luxus-Uhrenmanufaktur Jaeger-LeCoultre und die Position als Markenbotschafter für das deutsche Textilunternehmen Van Laack. Auch außerhalb der Modewelt ist er aktiv, etwa in Zusammenarbeit mit dem Sportwagenhersteller McLaren. Sein Look: klassisch-elegant, meist im perfekt sitzenden Anzug, mal nostalgisch mit Pfeife, mal casual mit Loafers und Sonnenbrille – aber immer stilvoll.

„Geh nicht immer den Weg, den alle gehen. Schau über den Tellerrand.“

Johannes Laschet steht vor Gebäude und hält sein Interview

„Die Leidenschaft für Classic Menswear habe ich schon relativ früh entwickelt“, erzählt Johannes Laschet. Inspiriert haben ihn damals sein Vater Armin Laschet und seine Onkel – ebenfalls Juristen. Sie weckten nicht nur sein Interesse für die Rechtswissenschaft, sondern auch die Faszination für klassische Herrenmode. Zunächst war sein Plan, diesen Vorbildern in die Politik und Juristerei zu folgen: „Ich habe immer schon gerne diskutiert und mich für Politik und Rechtsthemen interessiert. Karrieremöglichkeiten für Juristen in der Politik sind ja auch sehr vielfältig“.

Obwohl es ihn nun in die Modebranche zieht und der Fokus auf seiner selbständigen Tätigkeit als Brand Ambassador liegt, wird Jura immer eine wichtige Rolle für ihn spielen. Für ihn „ist Jura nicht nur ein Fach, das man studiert, sondern wirklich ein Handwerk, das man in allen Lebensbereichen nutzen kann. Es geht vor allem um logisches und strukturiertes Denken und darum, sich verständlich auszudrücken“. Sein juristischer Hintergrund hat auch ganz konkrete Vorteile für ihn als Markenbotschafter, beispielsweise bei der Vertragsgestaltung und bei wichtigen Verhandlungen: „Teilweise habe ich die entsprechenden Verträge selbst aufgesetzt oder musste diverse Vertragspunkte anpassen. Auch bei Steuerfragen im Hinblick auf meine Selbständigkeit helfen mir meine juristischen Kenntnisse“.

„Jura ist nicht nur ein Fach, das man studiert, sondern wirklich ein Handwerk, das man in allen Lebensbereichen nutzen kann. Mit Jura kann man viele Wege einschlagen.“

Der Erfolg gibt Johannes Laschet recht. Welche Tipps hat er also für angehende Markenbotschafter? Vorab stellt er eines klar: „Gute Fotos reichen heutzutage nicht mehr, um Follower zu generieren und eine große Reichweite aufzubauen. Es ist ein Fulltime-Job, der Leidenschaft und Geduld voraussetzt“. Um für Marken attraktiv zu werden, muss man sich zunächst eine Reputation aufbauen – indem man Inhalte mit dauerhaft guter Qualität und einem Wiedererkennungswert erschafft. Johannes Laschet empfiehlt außerdem, ein starkes und branchenübergreifendes Netzwerk zu knüpfen. So hat er schon den einen oder anderen Auftrag bekommen.

Bei langfristigen Kooperationen wie derzeit mit Van Laack ist vor allem persönlicher Einsatz gefragt, denn „als Brand Ambassador muss man permanent präsent sein und auf sich aufmerksam machen. Das gehört dazu“. Wenn man nicht selbst postet bedeutet das, Beiträge anderer zu liken und zu kommentieren, für hauptberufliche Markenbotschafter gehört auch die Produktpräsentation auf Events zum Alltag. Und wenn’s mal schlecht läuft? Dann darf man „sich nicht entmutigen lassen“. Die wichtigste Fähigkeit in Johannes Laschets Job ist Geduld. Sein Durchhaltemotto klingt einfacher, als es ist: „Nicht aufgeben und einfach weiter gute Qualität liefern“.

„Als Brand Ambassador lernt man unheimlich spannende Leute kennen und kommt in einen Dialog.“

Johannes Laschet steht im Park und hält sein Interview
Johannes Laschet steht im Park und schaut in die Kamera

Auch wenn sich Johannes Laschet durchaus vorstellen kann, später klassisch juristisch zu arbeiten oder seine beiden großen Leidenschaften zu vereinen, beispielsweise als Legal Counsel in einem Modeunternehmen – aktuell will er sich voll und ganz der Classic Menswear widmen. Kein Wunder, er gehört in diesem Bereich zu den wichtigsten deutschen Influencern und schätzt seine Kooperationspartner sehr: „Mit ihnen passt es wunderbar – sowohl vom Stil her als auch menschlich“. Außerdem sieht er viel Potential für die Zukunft: „Ich hoffe, dass sich die deutsche Modebranche in den nächsten Jahren noch weiter in Richtung der klassischen Herrenmode entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Branchen ist in diesem Bereich noch viel Luft nach oben“. Wir sind uns jedenfalls sicher, dass wir in Zukunft noch viel von Johannes Laschet hören und vor allem sehen werden.

„Jeder sollte auch einmal ausbrechen und nach links und rechts schauen. Das tue ich gerade in der Modebranche, weil es mir einfach Spaß macht. Es ist ein kreativer Ausgleich für mich.“